Kulturerbe Radovna

  • DAS RADOVNA TAL
    • DER STEIN DES NAPOLEON
    • DAS VERBRANNTE DORF VON RADOVNA
    • DER POCAR HOF
    • DAS SÄGEWERK UND DIE MÜHLE PSNAK
    • DIE GOGALA LINDE
  • DIE KIRCHEN VON GORJE
    • PFARRKIRCHE ST. GEORG
    • FILIALKIRCHEN ST. OSWALD
    • KIRCHE DES HEILIGEN NIKOLAUS

Die Eisenverhüttung in Radovna

Die Eisenverhüttung in Radovna – wurde erstmals im Jahre 1571 erwähnt, als spezialisierte  Einrichtung innerhalb der Eisenverhüttungswerke von Javornik und Jesenice. Es wurde ein besonderes Verfahren angewandt, das sogenannte „ Puddelverfahren“. Das bedeutet, dass das Eisen mit Steinkohle geschmolzen wurde. Die Fläche der Eisenverhüttung umfaßte zu diesem Zeitpunkt mehr als 10 Gebäude. Heute kann man noch ein paar Überreste von Wohnquartieren der Arbeiter und ein Wirtschaftsgebäude erkennen.

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Der Stein des Napoleon

Der französische Kaiser Napoleon I. Bonaparte (1769 – 1821), hatte Anfang des 19. Jahrhunderts mit seinen Armeen einen großen Teil Europas besetzt. Auf einem beträchtlichen Teil des Territoriums vom heutigen Slowenien hat er die illyrischen Provinzen gegründet (1809 – 1813). Die mündliche Überlieferung sagt, dass sich die französische Armee durch das Radovnatal bewegt hat.

In einen großen Stein neben dem Weg durch das Radovnatal, hat damals ein Soldat Napoleons die Initialen seines Kaisers eingemeißelt.

Das verbrannte Dorf von Radovna

Die Bewohner von Radovna unterstützten im Jahr 1943 die Widerstandsbewegung gegen die deutsche Besatzungsmacht.

In Radovna haben sich die Wege zwischen Pokljuka und Mežaklja gekreuzt und aus dem Dorf führte zudem ein Kurierweg nach Kärnten. Hier trafen sich die Aktivisten, um die Versorgung für den Widerstand zu organisieren.

In einer Aktion am 20. September 1944 haben die deutschen Besatzungsmächte zusammen mit den einheimischen Kollaborateuren das Dorf Radovna niedergebrannt, um den Widerstand zu brechen. An diese Tragödie erinnert heute nur noch ein Rest eines verbrannten Bauernhofes von Smolej und eine Gedenkstätte für die Opfer, erstellt im Jahr 1961.

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Die Gogala Linde

Die Linde von Gogala wächst auf einer Höhe von 725 M.ü.M. Die Familie Gogala ist stolz auf das einzigartige Wahrzeichen ihres Hauses. Sie erzählen, dass in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts die Äste dieser wunderschönen Linde als Winterfutter für die Schafe genutzt wurden. Die Messung des Stammes in Brusthöhe zeigt einen Umfang von 630 cm, das heißt, dass die Linde einen Durchmesser von ca. 2 Metern hat. Die mächtige Baumkrone erstreckt sich auf 23,8 Meter Höhe. Aufgrund ihrer Grösse und des Alters ist die Linde als Naturdenkmal mit nationaler Bedeutung geschützt. Die Einheimischen erzählen gern, dass die Linde etwa 800 Jahre alt ist, was auch eine alte topografischen Karte bestätigt, auf der die Linde  bereits eingezeichnet ist.

Das Sägewerk und die Mühle Psnak

Wurden jeweils nur saisonal genutzt. Der Betrieb wurde nur in Zeiten der Schneeschmelze – im Mai bis Juni oder während des Herbstregens – im September bis Oktober, aufgenommen. Zu dieser Zeit wurde das Wasser sehr sorgfältig genutzt. Denn mit dem Wasser wurde das Rad der Mühle angetrieben und das gleiche Wasser wurde dann auch weiter für den Antrieb des Rades vom Sägewerk genutzt.

Die Mühle und das Sägewerk wurden bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts betrieben und im Jahr 1997 von der Familie Psnak erneuert. Damit haben sie das Bild und die Art bewahrt, wie man früher gearbeitet hat. Das Wissen und der Einfallsreichtum der Menschen, die natürlichen Ressourcen zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen und gleichzeitig  die Schönheit der Natur zu bewahren, verdeutlicht dieses Bauwerk.

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Der Pocar Hof

Das Radovna Tal erstreckt sich in das Herz der Julischen Alpen und hat ein rauhes, alpines Klima. Die Winter sind lang und kalt, in den kurzen Sommermonaten kühlen die Gewitter oft das Tal ab. Unter diesen klimatischen Bedingungen und den knappen natürlichen Gegebenheiten in diesem Alpental mussten sich die Menschen in der Vergangenheit, aber auch heute noch, der Witterung anpassen.

Nach Erzählungen gab es im Radovnatal zunächst nur Viehalmen der Bauern aus Gorje. Erst später entstanden hier 6 bewohnte Bauernhöfe, einschließlich des Pocar Hofs. Auf einem noch erhaltenen Dokument aus dem Jahre 1672 wurde der Name des Hofes zum ersten Mal so erwähnt: „ Pri Potzer“. Und im Hausbalken ist die Jahreszahl 1775 eingeschnitzt, also die Zeit des Erbauens des Bauernhauses, vermerkt. In den vergangenen Jahrhunderten und im Laufe der Zeit haben auf dem Pocar Hof viele Generationen gelebt. Viele Menschen waren da, doch heute ist der Hof unbewohnt und wurde als Museum und Denkmal eingerichtet. Allen interessierten Besuchern wird hier versucht, das Leben, die Arbeit und das architektonische Erbe der vergangenen Jahrhunderte zu zeigen.

Kontakt

Pocar hof
Zgornja Radovna 25
4281 Mojstrana

Tel.: + 386(0)4 / 578 02 00 (Büro  – Administration)
Fax.: + 386(0)4 / 578 02 01 (Büro  – Administration)
E-mail: 
triglavski-narodni-park@tnp.gov.si

Die kirchen von Gorje

Pfarrkirche St. Georg

Die Menschen im Gebiet von Gorje sind besonders stolz auf die grosse Glocke der Pfarrkirche St. Georg in Zgornje Gorje. Die Glocke stammt aus dem Jahre 1848 und sie ist in der ganzen Umgebung bekannt für ihren Klang.

Die Pfarrkirche St. Georg wurde erstmals im Jahre 1140 erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie immer wieder renoviert, umgebaut, vergrössert. Die heutige Kirche wurde im Jahre 1687 erbaut und später, im Jahre 1894, im römischen Neorenaissancestil umgebaut.

Im Jahr darauf wurde St. Georg mit Fresken des Malers Matija Kozelj aus Kamnik ausgeschmückt. An der Decke des Presbyteriums hat er Gott Vater mit Engeln gemalt; unten, auf der linken und rechten Seite, Gabenszenen des alten Testaments und die eucharistischen Symbole des neuen Testaments.

Neben den grossen Figuren von St. Peter und St. Paul steht auf der rechten Seite des grossen Altars die Figur von St. Franziskus Xaverius und auf der linken Seite die Figur von  St. Johannes.

An der Decke über dem Kirchenschiff, fast über dem Presbyterium, ist die Verkündung Gottes an Maria dargestellt und in der Mitte der Decke die Krönung und die Himmelfahrt Maria’s. Auf dem halbkreisförmigen Medaillon über der Wandverzierung sind die freudigen Geheimnisse des Rosenkranzes dargestellt. Das zweite und das fünfte Geheimnis befindet sich vorn über den Seitenaltären und zwei weitere Geheimnisse sind über dem Chor dargestellt. Diese Bilder sind ein Zeichen dafür, dass die Kirche an einem Rosenkranzsonntag geweiht wurde; so wird die Kirchweihe auch heute noch an jedem ersten Sonntag im Oktober gefeiert.

Die äußere Renovierung der Pfarrkirche erfolgte in dem Jahre 1897. Ebenso 1973, als das 800-jährige Jubiläum der Kirche gefeiert wurde. Mit der inneren Renovierung der Kirche begann man im Januar 1988, dabei wurde der stark abgenutzte Boden aus Steinplatten entfernt und erneuert. Gleichzeitig wurden auch die alten, schmalen Bänke durch schöne, neue Eichenbänke ersetzt. Renoviert wurde auch das Presbyterium.  Der alte Abendmahltisch wurde abgebaut und ein neuer Altar mit Blick auf die Kirchengemeinde entstand. Später wurde der Innenraum der Kirche gestrichen und gleichzeitig wurden die Fresken gereinigt. Im Jahr 2005 erhielt die Kirche auch eine neue Orgel.

Cerkev sv. Jurija Zgornje Gorje
Cerkev sv. Ozbolta Spodnje Gorje

Filialkirchen St. Oswald

In Spodnje Gorje steht eine Filialkirche, die St. Oswald, dem König von England gewidmet wurde, der im 7. Jahrhundert nach Christus lebte. Die Kirche wurde erstmals im Jahr 1501 erwähnt.                                                                                                                    Die Kirche gehörte früher zu der Pfarrei Bled. Aus diesem Grund wird noch heute am St. Martinssonntag, also wenn der Patron der Bleder Pfarrei Namenstag hat, in Spodnje Gorje eine Messe ihm zu Ehren gefeiert und gesegnet. Im ersten Weltkrieg wurden die Bronzeglocken entfernt und später durch Eisenglocken ersetzt. Im Jahr 2002 haben sich die lokalen Handwerker zusammengeschlossen und die Bronzeglocken wieder montiert.

Die Kirche St. Nikolaus in Mevkuž war ursprünglich eine Kapelle und erst später wurde eine Kirche mit Glockenturm daraus gebaut.

Kirche des heiligen Nikolaus

Die Geschichte über die Gründung der Kirche des heiligen Nikolaus in Mevkuž ist etwas Besonderes. Die Legende erzählt von einem jungen Adligen, der sich bei der Jagd im Wald verlaufen hatte, er rutschte einen steilen Abhang hinunter und fiel in den Fluss. Er hat gebetet und geschworen, falls er am Leben bleiben sollte, dann würde er eine Kirche bauen lassen. Durch einen glücklichen Zufall konnte er sich tatsächlich retten. Als er den steilen Hang wieder nach oben kletterte, lag vor ihm diese schöne Ebene. Er war so fasziniert, das er gerade hier die Kirche bauen ließ. So die Worte von Thomas Bregant, der ein grosser Kenner von Gorje und seiner Umgebung ist.

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